22Mrz/102

Der Naqschibandi Mythos -IV- das ‘Kun’ der ‘Awliya

Punkt 2: Der Naqschibandi Glaube: Der Schaich hat Anteil an den Befehlen Allahs.

Auf Seite 33 des Buches „Mercy Oceans - Teil 1" steht:

„Die Macht des Wali ist so, dass er nur Kun [sei] sagen muss, und es wird sein."

Das obige ist ein weiteres Beispiel des Schirks hinsichtlich der Herrschaft Allahs. Der islamische Grundsatz der Herrschaft Allahs sagt aus, dass kein erschaffenes Wesen Anteil an Allahs Attributen und grenzenlosen, gewaltigen Qualitäten haben kann. Jeder Versuch, der Schöpfung göttliche Attribute zu geben, bedeutet Schirk - der Gegensatz zu Tawhid.

Bevor wir mit der Antwort beginnen, wollen wir erwähnen, dass dieses obige Zitat nicht gefunden wurde in „Mercy Oceans - Teil 1". Es wurde nach geschaut in der ersten Ausgabe des Buches. [Man sollte bemerken, dass wir in dieser Widerlegung auf die Schüler des Scheich Nazim zurückgingen und einen Austausch an Informationen durchführten - da die Zitate aus den Büchern der Tariqah des Scheich Nazims entnommen wurden und wir somit auf die Quelle zurück gehen wollten und auf deren Erklärungen]

Die Antwort darauf könnte man lange ausführen, doch ich sehe keinen Nutzen darin, denn die Sache kann mit einigen Zitaten geklärt werden.

Die grundlegende Sache, die man hier verstehen muss, ist, dass der Waliyullah niemals irgend etwas tun kann - wie ein jeder Mensch - ohne die Erlaubnis Allahs. Die Karamah des Wali ist wahr gemäß der Ahlu Sunnah wal Dschama'a. So wie die Wunder des Propheten sallallahu 'alayhi wa sallam nicht die Produkte seiner „eigenen Macht" waren, so ist dies auch nicht der Fall bei den 'Awliya. Allah subhanahu gibt diesen frommen Dienern die Fähigkeit.

So heißt es in 'Aqida al-Nasafi, des großen Hanafi Scheichs Abu Hafs 'Umar ibn Muhammad al-Nasafi rahimahullahi ta'ala:

„Die Karamah [Bezeichnung für die Wunder der 'Awliya] ist Haqq [Wahr]. Die Karamah taucht für den Wali so auf, dass er Dinge, die zur Gewohnheit geworden sind, aufhebt.

Zum Beispiel: Lange Strecken in kurzer Zeit zu überbrücken; dass in der Zeit der Not Essen, Trinken und Kleidung auftaucht; auf dem Wasser oder in der Luft zu laufen; dass bewegungsunfähige, leblose Körper oder dem Sprechen unfähige Körper anfangen zu sprechen.

Das Auftauchen der Karamah ist eine Mu'dschiza des Propheten, da diese Karamah für einen in seiner Ummah aufgetaucht ist. Durch diese Karamah versteht man, dass diese Person ein Wali ist. Damit zusammen, kann diese Person nur mit dieser Bedingung ein Wali sein: dass er mit seinem Glauben [Diyanat], die Walischaft verdient hat. Dieses [Diyanat] ist, die Prophetenschaft des Propheten zu akzeptieren."

Dies kurz gesagt, zeigen wir die Fatwa des Scheich Ibn Taymiyyahs:

وأما النفع المتعدي والنفع للخلق وتدبير العالم فقد قالوا : هم تجري أرزاق العباد على أيديهم وينزلون بالعلم والوحي ويحفظون ويمسكون وغير ذلك من أفعال الملائكة .
والجواب : أن صالح البشر لهم مثل ذلك وأكثر منه ويكفيك من ذلك شفاعة الشافع المشفع فى المذنبين وشفاعته فى البشر كى يحاسبوا وشفاعته فى أهل الجنة حتى يدخلوا ثم بعد ذلك تقع شفاعة الملائكة . وأين هم من قوله : (وما أرسلناك إلا رحمة للعالمين )وأين هم من الذين ((يؤثرون على أنفسهم ولو كان بهم خصاصة)) ، وأين هـم ممن يدعون إلى الهدى ودين الحق ، ومن سن سنة حسنة ، وأين هم من قوله صلى الله عليه وسلم : ( إن من أمتى من يشفع فى أكثر من ربيعة ومضر ) ، وأين هم من الأقطاب والأوتاد والأغواث والأبدال والنجباء؟)

Ibn Taymiyyah verteidigt hier in dieser Fatwa die Meinung, die sagt, fromme Muslime seien besser als Engel. Und er antwortet auf diejenigen, die sagen: „Ja, aber Engel können die Versorgung verteilen, die Schöpfung nutzen [naf'], das Universum verwalten und Offenbarungen bringen, sowie Leute beschützen und bewahren." Er sagt darauf: „...die frommen Menschen haben auch so etwas und sogar mehr..." Dann fragt er, wie man die Engel mit den Aqtab, Awtad, Aghwat und Abdal vergleichen könne.

Das heißt, Ibn Taymiyyah rahimahullah sagt hier konkret, dass die 'Awliya nicht nur die Schöpfung nutzen, das Universum [tadbir] verwalten, die Versorgung verteilen, Leute beschützen und bewahren wie die Engel, sondern noch weitaus mehr können. Und sind diese Dinge nicht ebenfalls „nur" in der Befehlsgewalt Allahs? Die Ayat sollte richtig verstanden werden...

Bemerke auch, wie er die Stufen der 'Awliya, die sogenannte „Hierarchie" der 'Awliya - nur von Salafiyya kritisiert - bestätigt.

Jetzt kommen wir zum Kernstück der Fatwa, das uns eigentlich interessiert:

Ibn Taymiyyah bestätigt die Überlieferung, die sagt, dass Allah Diener besitzt, die wenn sie etwas von ihm schwörend verlangen, dann Er das für sie verwirklicht.

Dann überliefert er einen Hadith al-Qudsi, in dem es heißt: „O mein Diener! Ich sage Kun und es wird, und wenn du mir gehorchst, dann gebe ich dir Fähigkeit des Kun und es wird."

Man sieht ganz klar, dass Ibn Taymiyyah diese Karamah des Kun akzeptiert. All dies ist hier nachzulesen (auf Arabisch): http://ahlu-sunnah.de/ibntaymiyya/B4.pdf

Dies steht alles in seinem Madschmu'a al-Fatawa, Band 4, S. 230 - 232.

Sehe auch was der unangefochtene Scheich, dessen Person nur die Unwissenden attackieren, dessen Wilayah unangezweifelt ist von einer jeden Gruppe, Scheich 'Abd al-Qadir al-Dschilani [Geylani; Jilani etc.] rahimahullahu ta'ala in seinem Futh al-Ghayb  - wozu Ibn Taymiyyah sogar eine Erläuterung schrieb - sagt:

„Die Wahrheit Seiner Worte - Allmächtig und gepriesen ist Er - „Wenn jemand so beschäftigt ist mit meinem Dhikr, dass er vergisst Mich nach etwas zu fragen, dann gebe Ich ihm das Allerbeste was ich jenen gebe, die nach etwas fragen.", ist jetzt bestätigt. Dies ist der Zustand der Vernichtung [al-fana'], welches der höchste Zustand der 'Awliya und der Abdal ist. Auf dieser Stufe wird er beschenkt mit er kreativen Macht und was auch immer er benötigt wird kommen durch Allahs Erlaubnis. Es ist, wie er sagte - gepriesen und erhaben ist Er - in einem seiner Bücher: „O Sohn Adams! Ich bin Allah und es gibt keine Gottheit außer Mir! Ich sage zu einer Sache „Sei" und es wird. [Kun faya kun] Gehorche Mir, so dass ich dich zu einer Sache sagen lasse: „Sei" [kun] und es wird sein."

Somit ist nun klar, auf was wir hinaus wollten. Die Antworten, welche die Salafiyya von uns erwarten bezüglich der Kun-Akzeptanz der Naqschibandiyya, sind die gleichen, welche sie für Ibn Taymiyyah vorlegen würden.

Kommentare (2) Trackbacks (0)
  1. As salamu alaykum wr wb ,
    ich würde gerne einige Zitate benutzen , um einen längeren Artikel zu vervollständigen . Geht das ?
    ws

  2. Natürlich, aber bitte mit Verweis :)


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