“Jede Bid’a ist Irreleitung” - II-

Imam Schafi’ i sagte: “Es gibt 2 Arten der Bid’a: “Bid’a’atun Mahmuda [lobenswerte Bid'a] und Bid’a’atun Madhuma [schlechte/verdorbene Bid'a].“ dies ist authentisch überliefert von al-Schafi’i durch zwei seiner angesehentesten Studenten in den letzten Jahren, dem ägyptischen Hadithmeister Harmala ibn Yahya al-Tudschaybi und al-Rabi’i ibn Sulayman al-Muradi.

Die Überlieferung geht weiter und macht klar, was Sache ist:
Harmala sagte: “Ich hörte al-Schafi’i sagen: ‘Es gibt zwei Arten der Bid’a (al-bid`atu bid`atân): lobenswerte Bid’a [bid'a mahmûda] und schlechte/verdorbene Bid’a. Was auch immer gemäß der Sunna ist, ist eine lobenswerte Bid’a. Was jedoch der Sunna widerspricht, ist eine verabscheungswürdige[I]Bid’a[I].’”

Noch ausführlicher als dies ist die Aussage des al-Rabi’i rahimahullah:
“Al-Schafi’i sagte zu uns: “Erneuertes sind zwei Arten (al-muhdathâtu min al-umûri darbân): Eine ist eine Erneuerung, welche etwas widerspricht (mâ uhditha yukhâlifu) was im Qur’an, der Sunna, dem Bericht eines Sahaba (athar) oder etwas im Konsens (idschma’) widerspricht: dies ist die Bid’a der Irreleitung (fahâdhihi al-bid`atu dalâla).

Die andere Art der Erneuerung ist alles andere und alles Gute (mâ uhditha min al-khayr), was dem obigen nicht widerspricht. Dies ist eine tadellose Bid’a.(wahâdhihi muhdathatun ghayru madhmûma)

`Umar radiyallahu ‘anh sagte, bezüglich dem Gebet des Ramadan: “Welch schöne Bid’a ist dies!”, was bedeutet, dass es neu eingeführt wurde, bevor es zuvor existierte - ohne jedoch dem obigen zu widersprechen.”

Überlieferung zu finden: al-Rabi` in al-Bayhaqis Madkhal und Manâqib al-Schafi`i (1:469) mit einer sahih Kette, wie es bestätigt wurde von Ibn Taymiyyah in seinem Dar’ Ta’arud al-’Aql wa al-Naql (s. 171) und durch al-Bayhaqi in Ibn ‘Asakir in Tabyin Kadhib al-Muftari (Kawthari Edition, S. 97) Zitiert von al-Dhahabi in seinem Siyar (8:408), Ibn Radschab in Dschami’ al-’Ulum wa al-Hikam (S.267 = Zuhayli Edition; 2:52-53=Arnawut Ed., 2:131 Sahih) und letztendlich Ibn Hadschar in Fath al-Bari (1959 ed. 13:253)

Imam Schafi’i legte somit ganz klar die Fundamente für das korrekte Verständnis einer Bid’a. Er sagt ganz klar, dass es zwei Arten von Bid’a gibt und dass nicht eine jede Bid’a direkt schlecht sein muss - wie es heute von vielen unwissenden Gruppierungen dargestellt wird.

So sagt auch Ibn Hadschar al-Haythami:
“Bid`a in der Fachsprache des Fiqh ist alles erneuerte, was den Befehlen des Gesetzgebers widerspricht, ob nun spezifischen und allgemeinen beweisen.” [al-Tabyin fi Scharh al-Arba'in, S. 36]

al-Qadi ibn ‘Arabi al-Maliki sagt: “Nur die Bid’a, welcher der Sunna widerspricht, ist tadelnswert.” ['Aridat al-Ahwadhi 10:147]

al-Lacknawi al-Hanafi sagt: ““Bid’a ist alles, was nicht in den erten drei Generationen existierte und wofür es keine Basis gibt zwischen den vier Quellen des islamischen Rechts: Qur’an, Sunna, Idschma und Qiyas.” [Iqâmat al-Huddscha, s.12]

Das heißt also, eine Sache muss der Religion widersprechen, damit sie eine Bid’a ist - ein Beispiel hierfür wären neue Bewegungen in das Gebet z.B. oder alles, was den obigen widerspricht. Doch was dem obigen nicht widerspricht, eine Basis hat worauf es baut, dann ist darin nichts verwerfliches.

Die Menge der Beweise ist unglaublich viel - sie alle hier aufzulisten, sowie das korrekte Verständnis für “kullu Bid’atin dalala” ist nicht möglich, da die Zeit momentan dafür fehlt.

Autor: Revan
Datum: Donnerstag, 18. März 2010 10:59
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