Ahadith auf CDs suchen und danach handeln
Zweifel: Es sind heutzutage sehr viele Bücher über die Ahadith verfügbar, und es ist wesentlich einfacher nach zu forschen, da diese Quellen an unseren Fingerspitzen liegen, wie niemals zuvor. Zum Beispiel können wir CDs kaufen, welche Ahadith beinhalten, die wir suchen, was bedeutet, wir können durch moderne Technologie genauso gut nachforschen wie die Aimmah der Rechtsschulen.
Antwort: Die oben beschriebene falsche Vorstellung basiert auf einer Anzahl von Missverständnissen. Die Möglichkeit zu haben, eine Hadith CD durch verschiedene Wörter zu durchsuchen ist von geringenem Nutzen für jemanden, der nicht geübt ist in den vielen Scharia’ Wissenschaften, welche nötig sind, ein Gesetz herauszubringen. Nicht zuletzt, wenn viele Gesetze aus den Schriften abgeleitet wurden durch komplexe Schlußfolgerungen, die im Text enthalten sind, aber äußerlich nicht dieses Thema zu behandeln scheinen. So werden wir hier ein paar Punkte erläutern die gewinn und lohnbringend sind und die vorher bezüglich dieser Zweifel nicht erwähnt wurden.
Ibn Hazm stellt klar, dass sein Wissen sich nicht in den Büchern, sondern in seinem Herzen befindet: Imam Ibn Hazm al-Dhahiri legte es wunderbar dar, indem er sein gesamtes Wissen verinnerlicht hat, sodass selbst beim Verlust der Bücher er sein Wissen behalten hätte. Er sagte:
Wenn du meine Dokumente verbrennst, verbrennst Du nicht
Was auf dem Papier geschrieben war, denn es ist nun in meinem Herzen
Es reist mit mir an dem Ort wohin mich mein Reittier trägt
und es sitzt ab wenn ich absitze und wird in meinem Grab vergraben.
Ibn Taymiyyah stellt klar, dass viele Bücher eine Person noch lange nicht Wissend und Überlegen machen und stellt auch die Überlegenheit der früheren Aimmah klar: Imam Ibn Taymiyyah sagte in seinem ‚Raf al-Malam’ (s.18 ), dass das Erlangen augenscheinlich großer Quellen, so dass sie direkt an jemandes Fingerspitzen sich befinden, eine Person noch lange nicht im Besitz von zusätzlichem Wissen macht. Er sagte:
„Wenn man voraussetzt, dass die Ahadith des Gesandten Allahs sallallahu ‘alayhi wa sallam darin enthalten sind - damit sind Bücher gemeint-: Nicht alles in den Büchern ist den Gelehrten bekannt. Es ist schwer/unwahrscheinlich dass das bei jemanden auftritt, eher hat ein Mensch viele Werke aber ist sich über deren Inhalt unbewusst. Vielmehr jene, welche vor dem Zusammenstellen solcher Werke lebten, waren weitaus mehr in der Sunnah bewandert als die späteren Gelehrten… denn ihre Werke waren ihre Herzen, welche weitaus mehr Wissen umfassten als Bücher es könnten.”
Unsere Aimmah haben - gemessen an der Fülle ihrer Schriften sowie der großen Menge an Wissen, das uns erreicht hat - nicht alles aufgezeichnet was sie wussten, sondern nur einen kleinen Teil ihres Wissens, was wir in einem späteren Schreiben erwähnen werden.
Kanz al-Ummal ist eines der ausführlichsten Bücher des Hadith, aber schwer zu erforschen: Das umfassendste Buch über Ahadith heutzutage ist das Kanz al-Ummal von al-Muttaqi al-Hindi, welches über 46.000 Ahadith beinhaltet. Wie auch immer, um Nutzen daraus zu ziehen, wie es uns einige Glauben lassen wollen, ist schwierig, da viele seiner Quellen nicht einfach zugänglich sind oder als Verweis vorhanden sind. Deshalb macht es das nach prüfen der Überlieferungskette zu einer schwierigen Angelegenheit. Genauso wie die Tatsache, dass im Kanz al-Ummal bedeutsam weniger Ahadith überliefert wurden, als das Wissen der Mudschtahid Aimmah bzgl. Hadith. Imam Abu Hanifah wählte die Ahadith für sein Werk ‚al-Athar’ aus über 40.000 Ahadith aus, und die Anzahl der Ahadith, welche in seinen Werken insgesamt erwähnt wurden, betragen mehr als 70.000 und hinzukommen jene, die er nicht erwähnt hat. Ibn al-Hayyab berichtet, dass Imam Malik über 100.000 Ahadith überlieferte, doch sind hier nicht mit inbegriffen, welche er wusste aber nicht überlieferte. Und es ist allgemein bekannt, dass Imam Ahmad für sein ‚Musnad’ aus ungefähr 750.000 Ahadith ausgewählt hatte.
Die Stufe an Hadithwissen, die für Fatawa benötigt wird: Al-Khatib berichtet in ‚al-Dschami’ (2:174), dass zu Yahya bin Ma’in gesagt wurde:
„Kann eine Person aus über 100.000 Ahadith eine Fatwa geben?” Er antwortete: „Nein.” Ich fragte: „Von 200,000?” Er antwortete „Nein.” Ich fragte: „300,000?” Er antwortete: „Nein.” Ich fragte: „500,000?” Er sagte: „Ich hoffe es doch.”
Imam Ahmad rät den Spezialisten des Hadith, zusammen mit den Fuqaha zu studieren: Es war wohl bekannt, dass Imam Ahmad seine Zeitgenossen von den Gelehrten des Hadith - welche sich ausschließlich darauf konzentrierten - zu sich rief und dazu, dass sie in den Sitzungen al-Schafi’is Platz nehmen und von seinem Verständnis profitieren. Darunter waren Giganten des Hadith wie: Ishaq bin Rahaway, Yahya bin Ma’in, al-Humaidi und andere. (siehe Adab Manaqib al-Shafi 2:252).
Es sollte nicht vergessen werden, dass Imam Ahmad sie dazu aufrief, da ihr enormes Wissen des Hadith nicht ausreichend ist um Urteile [Fatawa] zu fällen. Wenn Wissen von Hadith allein dafür ausschlaggebend wäre, wie manche denken, warum würde Imam Ahmad die Meister des Hadith rufen und ihnen sagen, sich den Kreisen der Fuqaha anzuschließen und Verständnis von Fiqh zu bekommen?
Qualifikationen, die nötig sind um Urteile hervorzubringen - erklärt von Imam al-Schafi’i:
Wir beenden nun diese Diskussion durch die Erwähnung der Qualifikation, die notwendig ist für die Person, die um der Debatte willen eine CD mit allen Hadith Sammlungen besitzt und denkt, er wäre in der Position, daraus Urteile zu finden. Imam al-Schafi’i sagt:
„Es ist gesetzwidrig für eine Person eine Fatwa zu geben in der Religion Allahs außer für jene Person, die Wissen vom Quran besitzt [Buch Allahs]: von seinem nasikh [aufhebenden] und mansukh [aufgehobenen], seinem muhkam [eindeutigen] und mutaschabih [mehrdeutigem], seinem ta’wil [Deutung] und tanzil [Offenbarung], seinem Makki und Madani, und was damit gemeint ist und was offenbart wurde diesbezüglich. Dann nach diesen Kenntnissen über die Ahadith unseres Propheten sallallahu ‘alayhi wa sallam): seine nasikh und mansukh … und das weiß über Hadith, was er über Quran wissen soll. Und das er Wissen von der Sprache, Wissen von Dichtung und was davon gebraucht wird für das Wissen und dem Quran. Dass er Gerechtigkeit praktiziert sowie wenig redet. Nach alldem, dass er Wissen besitzt von der Andersartigkeit der Leute in den verschiedenen Ländern. Und dass nach diesem Wissen er Intelligenz besitzt [Qarihah]. Wenn er diesem entspricht, dann ist ihm gestattet bezüglich dem Verbotenen und Erlaubtem Gesetze zu geben und zu sprechen und wenn er nicht so ist, dann kann er nicht über Themen des Wissens reden noch Urteile fällen.”
Ibn ‘Abdulbarr fügt noch eine besondere Befähigung hinzu, die nötig ist: Ibn ‘Abdulbarr erwähnte das Obrige in seinem ‘Dschami Bayan al-Ilm’ (2/166) und zitierte von den früheren Muslimen dies unterstützende Kommentare. Denkend, dass das Obige nicht ausreichend ist, fügte er noch folgendes hinzu: Das Wissen über die Sirah, den Gefährten, ihren Biografien und den Zustand jener, die von ihnen überlieferten um zu wissen, ob sie Vertrauenswürdig sind oder nicht. Der letzte Punkt, der von Ibn ‘Abdulbarr hinzugefügt wurde, wird heutzutage die Wissenschaft von ‚Dscharh wal-Ta’dil’ genannt, dessen Studium in unserer heutigen Zeit das gesamte Leben einnimmt.
Übersetzt von ‘Abdullah