Aus dem Diwan des Mawlana
1. Ghasel
1. Von Haqq unzählbare Güte und Geschenke;
bei dir jedoch unzählbare Fehler und Fehltritte.
Vergebe uns, Vergebe uns, Vergebe uns, Vergebe uns!
- O Herz, für jene Fehler, die du begangen hast, wie gedenkst du dich bei Haqq [Allah] zu entschuldigen? Von Ihm kommen solch unzählbare Geschenke, Güte, Wohltaten und Treue, Doch bei dir zeigt sich soviel Fehler, Schlechtes und Qual...
Von Seiten seiner soviel Gnade, von dir jedoch, sinnloses Getue;
Von Ihm soviel Wohltaten, von dir jedoch unzählige Sünden, Fehler, Schulden...
In dir soviel Hass, soviel schlechte Gedanken, soviel Worttragerei.
Von Ihm jedoch soviel Wohltaten, Beschenkungen und Gutes!
Wenn du für das Übel, welches du verrichtet hast, für deine Sünden Reue empfindest, vom Herzen "Allah" sagst, derjenige, der dann zu deiner Hilfe eilt, um dich von Heimsuchungen zu retten, der dir dieses Gefühl gibt, der dich IHN fühlen lässt, ist Er.
- Du fürchtest dich wegen den Sünden, die du getan, suchst Lösungen, um errettet zu werden. Du nimmst dir vor, es nicht noch einmal zu tun, genau in diesem Moment, wenn dein Inneres sich mit diesen Gefühlen vermischt, wenn du dich selber schmähst, wenn dein Herz weint, denkst du da nicht nach? Der, der dir diese Gefühle gab, der dich dieser Reue überliess, ist in Dir! Er ist dir sehr nah. Kannst du nicht erkennen, kannst du nicht spüren, was Er ist, in dir ist?
- Er überlässt dich manchmal deinem Wesen, deiner schlechten Natur, lässt dich in Liebe zu Silber, Gold und Frau fallen. Manchmal gibt Er dir das Licht, um Muhammed Mustafa Sallallahu alayhi wa sallam dir vorzustellen, damit dein Inneres erleuchtet wird.
- Manchmal zieht Er dich zu der einen Seite, mischt dich mit den Guten zusammen, manchmal zieht Er dich auf die Andere, mischt dich mit den Schlechten. Er rüttelt stark an dem Schiff der Errettung mit schweren Wellen, zerrüttet es und bricht es.
- Oh du armer Mensch, von diesem Fall, von diesen Zuständen, lass dich nicht in Hoffnungslosigkeit stürzen; geheim, geheim mache soviel Dua, Nachts weine soviel, flehe soviel, damit am Ende vom siebten Himmel die Stimmen der Errettung in dein Ohr flüstern.