Dann bin ich verloren

Es wird überliefert, dass Abu Mansur ein frommer [salih] und asketischer [zahid] Mann war. Als sich der Tod ihm näherte, fing er an viel zu weinen und er wurde gefragt: “Wieso weinst du im Augenblick des Todes?”, worauf er antwortete: “Ich beschreite einen Pfad, den ich zuvor noch nie betreten habe.”

In der vierten Nacht nach seinem Tod sah sein Sohn ihn im Traum und fragte: “O Väterchen! Wie hat dich Allah behandelt?”, worauf er im Traum antwortete: “O mein Sohn! Die Sache ist schwerer als du es dir vorstellen kannst! Ich habe den gerechtesten aller gerechten Könige getroffen und habe viele getroffen, die miteinander gestritten haben und voneinander zu nehmen hatten [aufgrund der Rechte, die sie auf der Welt nicht beachtet haben.]

Mein Herr sprach zu mir: “O Abu Mansur! Ich habe dich 70 Jahre leben lassen, was hast du an dem heutigen Tag mir vorzuweisen?”, und ich sagte gleich: “O Herr! Ich habe 30 Hadsch mit mir!”, worauf Allah Ta’ala gebietete: “Ich habe sie nicht angenommen.”, dann sagte ich: “O Herr! Ich habe mit meiner Hand 40.000 Dinar Almosen gegeben!”, worauf Allah Ta’ala erneut gebat, dass er sie nicht angenommen habe. Darauf erwiderte ich: “O Herr! Ich habe 60 Jahre jeden Tag gefastet und jede Nacht Qiyam al-Layl [Tahaddschud] gebetet. Da sprach Er: “Diese habe ich auch nicht angenommen!”, Letztendlich sagte ich: “O Herr! Ich befand mich bei 40 Schlachten!”, was Er jedoch ebenfalls nicht angenommen hatte. Darauf gab ich auf und sagte: “Nun, dann bin ich verloren.”

Doch da sprach Allah Ta’ala: “O Abu Mansur! Es gebührt meiner Gnade nicht eine Person wie dich zu bestrafen. Erinnerst du dich, wie du an diesem und jenem Tag einen Stein von der Straße aufgehoben hast, damit ein Muslim nicht darauf ausrutscht? Dies ist der Grund meiner Barmherzigkeit auf dir, denn wahrlich, ich bin nicht jemand, der den Lohn derer, die Gutes tun, verloren gehen lässt.”  [Ruh al-Bayan, Ismail Haqqi al-Bursawi]

Aus dieser Geschichte kann man verstehen, dass das Aufheben einer schädlichen Sache von der Straße sogar Grund für Barmherzigkeit und Vergebung sein kann! Wie ist es dann mit dem Leid der Menschen, insbesondere dem Leid der Muslime, wenn man für die Linderung dieser sich bemüht? Und wie steht es dann um die eigene Familie, um die eigenen Kinder und deren Mutter, wenn man ihnen keinen Leid zufügt und gut mit ihnen umgeht? Was für einen Nutzen wird dies am Tag des Gerichts bringen!

Dschabir radiyallahu ‘anh überliefert von Rasulullah sallallahu ‘alayhi wa sallam: “Ein Muslim ist jene Person, vor dessen Übel, der durch seine Zunge und Hände geschehen, andere Muslime sicher sind.” [Muslim] , wie schön beschreibt dieser Hadith den wahren Muslim!

O Allah! Lass uns nicht zu den Schadhaften, sondern zu den Nutzvollen gehören! Amin!

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Autor: Revan
Datum: Sonntag, 10. Januar 2010 10:50
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