Meister des Tasawwuf: Hasan al-Basri
Einer der ersten Sufis im wörtlichen und hauptsächlichen Sinne, wörtlich, weil er immer ein Talar aus Wolle trug. Der Sohn einer freigelassenen Sklavin von Umm Salama (Die Frau des Propheten) und eines Sklavens von Zayd ibn Thabit (Stiefsohn des Propheten), der große Imam von Basra, der Führer der ‘Awliya und Gelehrten seiner Zeit, war bekannt für seine strikte Verkörperung der Sunnah des Propheten. Er war ebenfalls berühmt für sein phantastisches Wissen, seine Bescheidenheit und Askese, für sein Ermahnen ohne irgendeine Autorität zu fürchten und für die Anziehungskraft seiner Reden und seines Auftretens.
Ibn Al-Dschwazi schrieb ein 100 Seiten Buch über sein Leben mit dem Namen: „Adab al-Scheich Al-Hasan al-Basri.“ In dem Kapitel über Hasan in „Sifat al-safwa“ erwähnt er, das Hasan eine weiße Talar hinterlassen hat, gemacht aus Wolle, welche er in jeder Jahreszeit an hatte und dies zwanzige Jahre lang. Als er starb, war dieses immer noch in einem wundervollen Zustand, sauber und in einer guten Qualität.[1]
In dem Buch „Rawdat al-muhibbin wa nuzhat al-Mushtaqin“, schreibt Ibn Qayyim: „Eine Gruppe von Frauen ging am Tag von ‘Iyd raus und schauten sich die Leute an. Sie wurden gefragt: „Wer war der schönste den ihr heute gesehen habt?“ Sie antworteten: „Es ist ein Scheich, der einen schwarzen Turban trägt.“ Sie meinten Hasan al-Basri.[2]
Der Hadith Meister Abu Nuaym al-Isfanahi (g.430) sagt in seinem Buch über die Biografie der Sufis genannt Hilyatul ‘Awliya (Der Schmuck der ‘Awliya) dass der erste, der eine Sufi Khaniqa baute, der Student von Hasan, Abdulwahid ibn Zayd (g.177) war in Abadan, wo die heutige Grenze von Iran und Irak ist.[3]
Hasan al-Basri und der Ruhm seiner Studenten als Sufi war der Grund, warum Ibn Taymiyya sagte: „Der Anfang des Tasawwufs ist in Basra.“[4], in seiner Abhandlung al-Sufiyya wa al-Fuqara. Dies ist eine irreführende Behauptung gleich als würde man Hasan beschuldigen, dass er den Tasawwuf eingeführt hat. Eher ist es so, das Basra berühmt ist zwischen den Orten der Entwicklung der Schulen der Reinigung welche als Tasawwuf bekannt sind, aber deren Prinzipien keine anderen sind als der Quran und die Sunnah, wie wir es bereits schon zeigten.
Ghazali überliefert die Worte von Hasan über Dschihad al-Nafs in seinem Ihya: “Zwei Gedanken umgeben das Herz, eins von Allah und eins vom Feinde. Allah zeigt Barmherzigkeit über einen Diener der sich auf die Gedanken stützt, die von Ihm kommen. Er umarmt die Gedanken von Allah und bekämpft derweilen die vom Feind. Um die gegenseitige Anziehung des Herzens zwischen beiden zu zeigen, sagte der Prophet: „Das Herz des Gläubigen liegt zwischen den zwei Usbu’ [wörtlich: Fingern] des Barmherzigen.“[5]…Die Usbu’ stehen für Aufruhr und Unentschlossenheit im Herzen…Wenn jemand den Befehlen des Hunger und Zornes folgt, erscheint die Herrschaft von Schaytan in ihm durch wertloser Leidenschaft und sein Herz wird das Nest und der Behälter von Schaytan, welcher sich durch diese Triebe ernährt. Wenn er gegen seine Triebe kämpft und es nicht zulässt, dass diese sein Nafs beherrschen, wird er den Charakter der Engel nachmachen. Dann wird sein Herz der Platz der Engel sein und sie leuchten darauf.
Eine Aussage die uns ebenfalls Imam Ghazali überliefert von Hasan, zeigt uns, wie Gottesfürchtig und Gewissenhaft er war: „Vergebung und Hoffnung sind zwei mächtige Segnungen über die Nachkommen Adams; aber ohne diese würden die Muslime nicht in den Straßen laufen.”[6]
[1] Ibn al-Jawzi, Sifat al-safwa 2(4):10 (#570).
[2] Ibn al-Qayyim, Rawdat al-muhibbin p. 225
[3] Abu Nu`aym, Hilyat al-awliya’ 6:155
[4] Ibn Taymiyya, al-Tasawwuf in Majmu`a al-fatawa al-kubra 11:16
[5] Muslim, Ahmad, Tirmidhi und Ibn Majah
[6] Ghazalis Ihya