Tawassul der vier Imame
As-Salamu 'Alaykum,
Hin und wieder - vielleicht auch des öfteren - schreien unsere geliebten Salafi Brüder: "Wir wollen keinen Ibn Kathir, Ibn Hadschar Asqalani oder Imam Nawawi etc., sondern bringt uns Beweise von den Imamen der vier Madhab!!"
Nun, dazu sagen wir, schaut doch mal:
Das Interessanteste für die Pseudo-Hanbalis:
Imam Ahmad ibn Hanbals Tawassul
: (المرداوي في الإنصاف ( 2:456
“… يجوز التوسل بالرجل الصالح على الصحيح من المذهب، وقيل:
يُستحب. قال الإمام أحمد للمروذي : يتوسل بالنبي صلى اله عليه وسلم في دعائه
وجزم به في المستوعب وغيره..”
Imam al-Mardawi sagt: „Die korrekte Ansicht der Hanbali Madhab ist, dass es gestattet ist in der Du'a einen Frommen (saalih) als Vermittler/Grund [wasila] zu nehmen, und es wurde gesagt, dass dies erwünscht [mustahab] sei. Imam Ahmad sagte zu Abu Bakr al-Marwazi: „Lass ihn den Propheten sallallahu 'alayhi wa sallam als Vermittler/Grund [wasila] in seinen Du'as zu Allah subhanahu wa ta'ala benutzen." (Al-Insaf 2:456) Ebenfalls zitiert von Ibn Taymiyyah in Madschmu' Al-Fatawa (1:140).
Auch sagt Imam Mardawi im gleichen Buch, wie auch Ibn Muflih in seinem Furu' (1:595), dass die bevorzugte Art der Du'a bei Imam Ahmad Ibn Hanbal: „Ya Allah! Ich wende mich zu Dir mit deinem Propheten, dem Propheten der Barmherzigkeit. Ya Muhammad! Ich wende mich mit dir zu meinem Herrn, für das Erfüllen meiner Bitten." war.
Sogar Albani gibt zu, dass Imam Ahmad den Tawassul nur durch den Prophet erlaubt hätte! (al-Tawassul, s.38) Merkwürdig ist doch aber dann, wieso es durch den Propheten nicht Schirk al-Akbar ist, aber durch andere Menschen? Schirk ist immer Schirk.
Imam Schafiis Tawassul
Al-Khatib erzählte in Tarikh Baghdad, dass der treue Qadi Al-Husayn ibn Ali Al-Saymari ihnen erzählte, dass der vertrauenswürdige Imam 'Umar ibn Ibrahim [ibn Ahmad] al-Muqri im erzählte, dass der vertrauenswürdige Scheich Makram ibn Ahmad ihnen erzählte, dass 'Umar ibn Ishaq ibn Ibrahim ihnen erzählte, dass der vertrauenswürdige Scheich 'Ali ibn Maymun ihnen erzählte:
„Ich hörte Al-Schafi'i sagen: „Ich schwöre, ich bitte um den Segen Abu Hanifas (inni la'atabarraku bi-Abi Hanifa) und gehe jeden Tag zu seinem Grab (als Besucher). Wann immer ich eine bestimmte Hilfe brauche, bete ich 2 Rak'ah, gehe zu seinem Grab und frage Allah, den Allerhöchsten, wegen meiner Bitte an seinem Grab und es vergeht nur eine kleine Zeit, bis meine Bitte sich erfüllt." [Al-Khatib, Tarikh Baghdad, 1/123; Ibn Abi al-Wafa', Tabaqat al-Hanafiyya, S. 519; Imam al-Haytami, Al-Khayrat al-Hisan, Kapitel 34; Al-Kawthari, Maqalat S. 453]
Ibn Hadschar al-Haytami rahimahullah schreibt in vielen Stellen seines Buches al-Sawa'iq al-muhriqa li ahl al-dalal wa al-zandaqa (s. S. 180) und al-Khayrat al-hisan (s. 69): „Imam Schafi'i praktizierte tawassul durch die Familie des Propheten (Ahl al-Bayt) als er sagte:
Al al-nabi dhari'ati wa hum ilayhi wasilati
arju bihim u'ta ghadan bi yadi al-yamini sahifati
Die Familie des Propheten ist mein Vermittler zu Ihm,
Durch sie hoffe ich meine Seiten morgen in die Rechte zu bekommen."
Dies ist ebenfalls geschrieben in Diwan al-Schafii, bearbeitet von 'Umar Faruq al-Dabbagh (Beirut: Dar al-arqam S. 50)
Der Hafidh al-'Iraqi überliefert mit seiner eigenen Überlieferungskette in Fath al-muta'al: „Imam Schafii ersuchte Segen durch das Reinigungswasser [welches von] Imam Ahmads Hemd [übrigblieb] und Ibn Taymiyyah selber hat dies auch überliefert."
Imam Maliks Tawassul
„Imam Malik begleitete den Kalifen Mansur zur Wallfahrt. Als sie gemeinsam das Grab des Propheten besuchten, fragte der Kalif: „O Vater des Abdullah, soll ich mich gen Qibla richten und ein Bittgebet sprechen oder soll ich mich dem Propheten zuwenden?" Imam Malik sagte: „Richte Dein Gesicht nicht weg vom Propheten, denn er ist dein Fürsprecher (Wasila) und der Fürsprecher Deines Vaters Adam 'alayhissalam zu Allah. Doch! Wende Dich dem Propheten zu und suche Fürbitte bei ihm und Allah wird ihm Fürbitte gewähren.", und rezitierte danach folgende Ayat: „Und wären sie zu dir gekommen, nachdem sie sich gegen sich selber vergangen hatten, und hätten sie zu Allah um Verzeihung gefleht, und hätte der Gesandte für sie um Verzeihung gebeten, hätten sie gewiß Allah Allvergebend, Barmherzig gefunden" (Qādī 'Iyād, asch-Shifā, 2/596 mit einer Sahih Überlieferungskette. Subkī, Shifā'-us-siqām fī ziyārat khayr-il-anām; Samhūdī, Khulāsat-ul-wafā; Qastallānī, al-Mawāhib-ul-laduniyyah 8/313; Ibn Jamā'ah, Hidāyat-us-sālik; Ibn Hadschar Haythamī, al-Dschawhar-ul-munazzam)
Tawassul des Imam Abu Hanifa
Der Hanafi Imam, den einige als Mudschtahid bezeichnet haben, Imam Ibn Hummam [g.861 NH], erwähnt von Imam Abu Hanifa in seinem Fath al-Qadir (Sharch al-Hidaya), dass er sagte:
يا أكرم الثقلين يا كنز الورى *** جد لي بجودك وأرضني برضاك
أنا طامع في الجود منك ولم يكن *** لأبي حنيفة في الأنام سواك
"O du Ehrenvollster der zwei Gewichtigen! [Menschen und Dschinn]
O Schatz der Menschheit! Gieße deine Großzügigkeit auf mich und stelle mich mit deiner Zufriedenheit zufrieden!
Ich sehne mich nach deiner Großzügigkeit und in der Welt ist für Abu Hanifa niemand außer dir!"
Die Behauptung, dass Tawassul nicht existierte zu solch einer frühen Zeit wie bei Abu Hanifa, wird allein schon erstens durch die Tawassul Ahadith widerlegt, die uns zeigen, dass solch eine Praxis immer existent war und ebenfalls durch die Urteile Abu Hanifas und Imam Muhammad asch-Schaybanis sowie Imam Abu Yusufs. Sie sahen es als Makruh an [und dies ist auch die Ansicht der früheren Hanafis] im Tawassul den Wortlaut: "für das Recht von so und so", denn sie sagen, niemand hat irgendein Recht über Allah subhanahu wa ta'ala. Bemerke! Sie bezeichnen diese Sache nicht als Schirk! Sondern sagen, es ist Makruh!