Ibn Hadschar Asqalani über den Hadith des Nuzul in Sahih al-Bukhari
Abdullah bin Maslamah berichtet von Malik, der von Ibn Shihab berichtet, der von Abu Salamah und Abdullah Algharr berichtet, welche beide von Abu Huraira Radiyallahu Anh berichten, dass der Gesandte Allahs صلى الله عليه وسلم gesagt hat:
„Unser Herr, der Segensreiche, der Erhabene, macht jede Nacht Nuzul in den nahesten Himmel, während des letzten Drittels der Nacht und sagt: „Ist hier jemand der Mich anfleht, so dass Ich sein Flehen erhöre? Ist hier jemand der Mich bittet, so dass Ich ihm seinen Wunsch gewähre? Ist hier jemand, der Meine Vergebung sucht, so dass ich Ihm vergebe?” [1]
Ibn Hadschars Kommentare aus Fathul Bari[2]
Diejenigen, die Allah Subhanahu eine Richtung zuschreiben, haben diesen Hadith als Beleg benutzt, dass Er in Richtung „über” oder „oben” (uluww) sei. Die große Mehrheit der Gelehrten lehnt dies ab, weil es Grenzen für Ihn aufbaut und Allah ist erhaben darüber.
So gibt es Unterschiede bezüglich der Bedeutung von „Nuzul” nach folgenden Aussagen (der Gelehrten):
1. Von ihnen gibt es welche, die sagen, dass es in seiner Dhahir (offensichtlichen) und seiner Haqiqi (wortwörtlichen/wahrhaftigen) Bedeutung zu verstehen ist und diese sind die Muschabbiha (jene, die Taschbih machen, was das Vergleichen von Allah mit seiner Schöpfung ist), erhaben ist Allah über ihre Aussagen.
2. Einige lehnen die Gültigkeit der gesamten Ahadith in diesem Kapitel ab. Diese sind die Khawaridsch und Mu’tazila und diese Sicht ist höchst umstritten.
3. Einige haben sie so akzeptiert und daran geglaubt, wie sie offenbart wurden, ohne dabei ins Detail zu gehen und betonend, dass Allah über Dingen wie Modalität (al-kayf) und Ähnlichkeiten zur Schöpfung (al-taschbih) steht: Dies ist die große Mehrheit der Salaf. Diese Stellung ist überliefert von Al-Bayhaqi und anderen von den vier Imamen, Sufyan ibn ‘Uyayna, Sufyan Ath-Thawri, Hammad ibn Salama, Hammad ibn Zayd, Al-Awza’i, Al-Layth, und anderen.
4. Einige interpretierten es auf eine Art und Weise, die passend zum sprachlichen Gebrauch der Araber ist.
5. Einige haben überinterpretiert, bis zu einem Punkt an dem sie mit dem Text herumpfuschten (tahrif).
6. Manche haben zwischen einigen Interpretationen, welche möglich und existierend sind im Sprachgebrauch der Araber und welche weithergeholt und nicht benutzt werden (im Arabischen), unterschieden. Beim ersten Fall (wenn es möglich war nach dem Sprachgebrauch) interpretierten (sie) und im letztgenannten (wenn es weithergeholt war), überliessen (sie) die Bedeutung Allah. [D.h wenn das Arabische empfindlich abgewogen ist und es mit Allahs Majestät im Einklang ist, ist es akzeptabel. Wenn jedoch der arabische Gebrauch der Majestät Allahs widerspricht, dann wird Tafwid fi Ma'ana praktiziert]. Dies ist überliefert von Imam Malik und zwischen den späteren Gelehrten [muta'akhkhirun] ist es ausschlaggebend bemerkt von Ibn Daqiq al-Id.
Al-Bayhaqi sagt: „Die sicherste Methode ist, daran zu glauben ohne ein Wie (bila Kayf) und sich davor zu hüten, [darüber zu forschen] was damit gemeint ist, außer es ist übermittelt vom Propheten selbst, worin man ihm dann in diesem Fall folgt.” Der Beweis für diese Aussage ist die Übereinstimmung der Gelehrten, dass die spezifische Interpretationen nicht verpflichtend sind und das somit die Zuschreibung der Bedeutung zu Allah (tafwid) der sicherste Weg ist.
(Ende)
Nun lieber Leser sollte man sich fragen, zu welcher Gruppe will man gehören? Zu jenen, die sagen, man nimmt die Wörter nach dem Dhahir und nach ihrer Haqiqi Bedeutung und überlässt die Art und Weise, also den Kayf, die Modaliät Allah oder gehört man zu der Erretteten Gruppe, die es so akzeptiert haben wie es kam und ohne in das Detail zu gehen es angenommen haben, aber Allah vollkommen von einem Kayf und der Ähnlichkeit zur Schöpfung als erhaben ansahen?
Wie lässt sich das mit der falschen Form des Tafwid vereinbaren?
Und man bedenke, dass die Worte Ibn Hadschar Asqalanis auch durch seine eigenen Worte besser erklärt werden. Er beschreibt den 3. Punkt ein wenig so, dass fast die Muschabbiha meinen könnten, er bestätigt sie. Doch beim genauen lesen wird man sehen, er unterscheidet zwischen Punkt 1 und Punkt 3 und sagt, dass sie ohne Kayf an Allah glaubten. Die letzte Aussage des Imam al-Bayhaqi, die Ibn Hadschar hier wiedergibt, erklärt die Ansicht der Salaf vom 3. Punkt nochmal viel besser, weil es sowieso auch Bayhaqi im gleichen Satz erwähnt wird wie die anderen der Salaf und seine Ansicht wird gleichgestellt mit der Ansicht der Salaf.
Wem Allah das Augenlicht genommen hat, kann die klare Sonne am Firmament nicht sehen. Allah soll uns davor bewahren, Amin.
[1] http://hadith.al-islam.com/display/Display.asp?hnum=1077&doc=0
[2] http://hadith.al-islam.com/display/Display.asp?hnum=1077&doc=0
Sonntag, 22. November 2009 23:52
Barakallahu feek, möge Allah euch belohnen dafür!